Dr. Andrea Despot

Filme haben eine große gesellschaftliche Kraft. Als niedrigschwelliges Angebot bieten sie einen emotionalen Zugang zu komplexen Zusammenhängen und Themenwelten. Kinofilme laden ein, sich interessiert vertiefend mit der NS-Geschichte auseinanderzusetzen – denn Film berührt.
Dr. Andrea Despot
Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ

Was passiert am Augen auf-Kinotag 2026?

Erinnerung braucht Orte – und neue Formen der Begegnung

Deshalb gehen wir am 27. und 28. Januar bewusst ins Kino, um an das NS-Unrecht zu erinnern und uns gemeinsam darüber auszutauschen: 
 

  • Am Abend des 27. Januar veranstalten wir zeitgleich in allen sechs Städten ein außergewöhnliches Kinoevent mit der exklusiven Voraufführung von Das geheime Stockwerk (D 2026) und anschließenden Podiumsgesprächen mit prominenten Gästen aus Film, Kultur und Gesellschaft. 
     
  • Am 27. und 28. Januar vormittags bieten wir für Schüler:innen ein sorgfältig kuratiertes Schulkinoprogramm an. Filmschaffende stellen die Filme persönlich vor und besprechen sie im Anschluss gemeinsam mit den jungen Zuschauer:innen.
     
  • Zur inhaltlichen Vorbereitung des Kinotages gibt es für Lehrkräfte einen praxisnahen Leitfaden und zu allen gezeigten Filmen umfangreiche Unterrichtsmaterialien. Außerdem bieten wir Fortbildungen zur filmischen Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust an. 

Teil der Kinotag-Community werden

Ihre Stadt ist nicht bei den sechs offiziellen Standorten dabei? Im Rahmen von Kinotag+ können Sie Filme aus unserem Filmpool auch lokal in Ihrem Kino zeigen – für das breite Publikum oder als Schulkinoveranstaltung. Sie haben Interesse oder bereits eine konkrete Veranstaltungsidee? 

So organisieren Sie den Augen auf-Kinotag in Ihrer Stadt

Demokratie ist ein wertvolles Gut.

Sie sichert uns ein Leben in einer Gesellschaft, in der Menschenwürde und Menschenrechte geachtet und die Menschen vor juristischer Willkür geschützt sind. Doch die Demokratie ist nicht selbstverständlich, sie ist fragil. Das zeigen uns der zunehmende Rechtsextremismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus. Studienergebnisse wie zuletzt in der Gedenkanstoß MEMO-Studie 2025 sind besorgniserregend:

Zahlen MEMO-Studie

  • 38,1%

    der Befragten stimmten der Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter die NS-Zeit zu. Damit sind erstmals seit Beginn der Befragung mehr Menschen für einen Schlussstrich als dagegen.

  • Über 50%

    der Befragten konnten keinen Ort an ihrem Wohnort nennen, den sie mit der Zeit des Nationalsozialismus in Verbindung bringen.

  • 25,9%

    der Befragten sind der Auffassung, Jüdinnen und Juden nutzten die Erinnerung an den Holocaust zu ihrem persönlichen Vorteil aus.

Mit dem Augen auf-Kinotag ermöglicht die Stiftung EVZ über das Medium Film und Kino vor allem für junge Menschen emotionale und Empathie stärkende Zugänge zu historischen Ereignissen des Nationalsozialismus und zu Biografien der Verfolgten. Die ausgewählten Filme erzählen Geschichten berührend, zeitgemäß, und jugendgerecht und machen sie im Kinosaal gemeinsam erfahrbar. Wir schaffen im Kino Räume für anschließende Filmgespräche mit Regisseur:innen, Schauspieler:innen und dem Publikum.

Fachjury und Filmauswahl

Eine Fachjury aus Filmexpert:innen sichtet und diskutiert Filme, die sich für die historisch-politische Bildungsarbeit mit Schulklassen, jungen Erwachsenen und Content Creator:innen eignen. Ausgewählt werden Beiträge, die unterschiedliche Zielgruppen begeistern und zur bundesweiten Strahlkraft des Augen auf-Kinotags als erinnerungskulturelle Initiative am 27. und 28. Januar beitragen.

Zum Filmpool 2026

Initiatoren

Der Augen auf-Kinotag ist eine Initiative der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Konzipiert und umgesetzt wird der Kinotag gemeinsam mit der Agentur Jetzt & Morgen. Filmpädagogisch begleitet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz, in Kooperation mit den SchulKinoWochen.